Die Eberhard Friedrich Walcker-Orgel Stuttgart-Stiftskirche, Bj 1834-45

Die Eberhard Friedrich Walcker-Orgel Opus 35 (28) Stuttgart Stiftskirche Bj 1834-1845 III/70, mit mechanischen Kegelladen und dem überaus interessanten Umstand, dass bei diesem Orgelaufbau, Eberhard Friedrichs Neffe Karl Weigle als Montageleiter in Stuttgart eingesetzt war, der danach seine eigene Werkstatt gründete. Bereits im Jahre 1827 war die Werkstätte Eberhard Friedrich Walckers mit der ersten Ausreinigung dieser Orgel beschäftigt. Dabei waren eingesetzt sein Sohn Fritz Walcker, sein Schwager Laukhuff und mehrere Gesellen. Wir sehen also, das diese Orgel für den Deutschen Orgelbau des 18. und 19. JH von eminenter Bedeutung war.
Die Orgel selbst stammt wahrscheinlich ursprünglich aus der Werkstatt Gabler (Hermann Meyer –Karl Joseph Riepp, Seite 230) während andere Schreiber Josef Martin aus Hayingen nennen (Schüler von Gabler?) . Als Erbauungszeit nennt man von 1731 bis 1777 verschiedenste Zahlen. (Gabler 1700-1771) konnte also bei diesen unterschiedlich genannten Jahreszahlen weder Meister von Martin noch Erbauer selbst sein. Es liegt hier also Einiges im Unklaren.
Diese von Gabler oder von Nachfolger gebaute Orgel soll nach Stuttgarter Archiv mit einem Rokkoko-Gehäuse ausgestattet gewesen sein und als Vorbild die Weingartener Gabler-Orgel gehabt haben und war ursprünglich in die Reichsabtei in Zwiefalten eingebaut. Mit Urkunde vom 7.11.1807 schenkte der König Friedrich von Württemberg das prächtige Werk samt Gehäuse der Stiftskirche zu Stuttgart. Ab 1823 übernahm Eberhard Friedrich Walcker die Pflege dieser Orgel mit einem auf sechst Jahre geschlossenen Pflegevertrag. Im Jahre 1827 erfolgte eine Ausreinigung durch Walcker.
Im Jahre 1828 erbittet der für die Orgel zuständige Beamte Cronenberger, ein Orgel-und Dutzfreund Eberhard Friedrichs, zehn Zungenregister der Orgel veräußern zu dürfen. Nur Trompete 8’ und Posaune 16’ will er in der Orgel belassen. Der Posaunenbaß soll einschlagend werden. Es sollen auch weitere einschlagende Register wie Physharmonika und Bassethorn eingebaut werden. Dieser Antrag wird am 16.März 1829 genehmigt. Weitere Ausdehnung von Reparaturen an Windladen und Traktur werden abgelehnt.
Über diese von Walcker gepflegte aber noch nicht wesentlich ungebaute Orgel gibt es bereits folgende Beschreibung im Jahre 1834: Sie ist ein Nachbild der berühmten großen Orgel in WEingarten, und hat, mit wenigen Ausnahmen dieselben Register. Die Basis derselben ist ein Pedal von 32 Fuß Tiefe. Töne von unbeschreiblicher Erhabenheit…(..). Neben diesen, sanft streichende Violone, ernste Posaunen und der alles zusammenhaltende, berherrschende Prinzipal. Die vier Manuale, deren jedes ein für ich bestehendes Werk ausmacht, mit charakteristischer Unterscheidung untereinander, bestehen in einer großen Anzahl sehr mannigfaltiger Register. Das Material ist solide. Ein Sorgenkind bildeten die Windladen und insbesondere die bei der Neuaufstellung im Chor der Stuttgarter Stiftskirche außerordentlich verwinkelt angelegte Mechanik. Die rund 70 Jahre alte Belederung der Bälge sei vielfach schadhaft. (geschrieben 1834, was heißt, die Orgel wäre 1764 gebaut (1750 wurde Weingarten von Gabler gebaut). Diese Orgeldisposition findet sich auf S.82 bei Emile Rupp „Die Entwicklungsgeschichte der Orgelbaukunst“, als Reiseaufzeichnung von Johann Andreas Silbermann, die aber Rupp selbst als unkorrekt bezeichnet. In Hermann Meyer „Riepp“ findet sich eine Disposition von Cronberger, die ebenfalls fragwürdig sein dürfte, aber auch mit vergleichbaren dispositionellen Fehlern ausgestattet ist wie die Rupp-Silbermannsche. Insgesamt hat das Werk bis dato 1834 also 6471 Pfeifen, 12 Bälge und 4 Koppeln.
Die Disposition nach dem Umbau durch EFW wird aus Hermann Meyer „Riepp – Seite 234“ entnommen, weil jene Disposition von Moosmann S93 sowohl in Schreibweise wie in Zusammensetzung fehlerhaft ist.
Ab 1837 wurde ein weiterer vertraglicher Umbauplan erarbeitet (wir nehmen weiter unten auf einen Schriftwechsel zwischen Walcker und Cronenberger Bezug, der zu Auseinandersetzungen aus diesem Vertrag führte. Zunächst möchte ich aber auf für Eberhard Friedrich Walcker wichtige Einzelheiten der Orgelgestaltung eingehen. So wurden die Zusammensetzung der vorher 18fachen Mixtur im Hauptwerk vereinfacht: 4- 3 1/5 – 2 2 /3- 2- 2- 1 3/5- 1 – 1 ; also 8-fach mit neuen Pfeifen beim 3 1/5.
Natürlich schlägt Walcker vor die Orgel mit neuen Springladen (gemeint sind seine gerade erst entdeckten Kegelladen) auszustatten mit ihrem frischen und präzisem Ton und ihrer leichten Spielart. (Worauf Meyer in seinem Buch (1938) schreibt: das Werk besitzt heute wohl die zäheste Mechanik Deutschlands). Damit erklärt sich der Stiftungsrat am 24.Jan.1843 unter gewissen Voraussetzungen einverstanden. Walcker hat sich in einem Schreiben (am 14.März, wird weiter unten zitiert) gegen ein zweites Pedal , das dem Organisten große Ungelegenheiten bereite, erklärt. Aber er legt großen Wert auf verschiedene Zungen, besonders der 32’-Zunge im Pedal.

In den Akten der Stiftskirche findet sich u.a. folgender Brief von EFW an seinen Freund Cronberger in Stuttgart. Cronberger war Kanzlist bei der Kammer der Standesherren und mit allen Finessen eines Württembergischen Schreiber-Bürokraten wohl vertraut. Der Brief lautet:
„Ludwigsburg, den 14. März 1837. Lieber Cronberger! Ich war vergangene Woche und bis vorgestern verreist, weshalb meine Antwort erst jetzt erfolgt. Das, was Du mir in Betreff unseres Planes noch mal zur Überlegung und Beurtheilung mitgetheilt hast, habe ich nochmals reiflich erwogen und lege Dir und Herrn Kocher hiermit meine Ansicht vor. Der ganze Mehrbetrag des letzten Planes kam mir, in Vergleichung mit dem, was weiter geschehen soll, gar nicht auffallend viel vor und übersteigt auch die Summe, die man sich vorgestellt hat, nur wenig. In Betreff der Berechnung des früheren Planes von anno 1834 möchte es vielleicht sein, dass einzelne benannte Gegenstände noch irgendetwas niedriger gestellt werden könnten; allein die Erfahrung hat es mir schon genugsam bewiesen, dass die vielen nichtbenannten Nebenumstände, die selbst der erfahrenste Praktiker nicht vorauszusagen und aufzuzählen vermag, von selbst die oft noch so vorteilhaft scheinende Berechnung zum ganz mittelmäßigen und oft gar geringen Verdienst heruntersetzen. Ich könnte mich daher vorderhand nicht leicht entschließen, auf die frühere Berechnung irgendeine andere Last aufs Geratewohl zu legen, bin aber dagegen auf der anderen Seite vollkommen bereit, eine solche Kostenverminderung zu erzielen, die der Ausführung des Ganzen behilflich wird und von der Hauptsache nichts verloren gehen wird.

Spieltisch in Stuttgart Stiftskirche von
Eberhard Friedrich Walcker

Nur muss ich im Voraus bedauern, dass meine Ansichten in dieser Beziehung von den Deinigen und des Herrn Kocher etwas verschieden sind. In dem ersten Artikel Lit. a und b legen Sie beide einen weit größeren Wert auf die vorgeschlagene Tasteneinrichtung oder die Verbindung der beiden Seitenwerke, als ich es nach meiner Überzeugung finde. Ich dächte, die Seitenwerke könnten füglich hinter den Bogenpfeilern geteilt und ohne Verbindung mit den Hauptpartien gelassen, nur durch einfache Seitenwandungen geschlossen werden; dadurch würden 90 Gulden erspart.
Punkt 2: Man. Untersatz 32 Fuß möchte ich möglichst beibehalten.
Nr. 2: Physharmonika 8 Fuß sollte, wenn auch gleich Herr Kocher nicht dafür ist, in einem so umfassenden Werk durchaus nicht fehlen, und
Nr. 3: dass die verlängerte Leitung des Regierwerkes eine absolute Notwendigkeit ist und der Posten hierfür bleiben muss, wirst Du Dich erst dann überzeugen, wenn ich Dir die Einrichtung desselben genauer detailliert und den ganzen Plan über die Leitung des Regierwerks mitgeteilt habe …”
Es folgt nun eine Skizzierung der von Walcker für unbedingt notwendig gehaltenen Gestaltung der neuen Disposition, wie sie dem Nachtragsplan zugrunde liegt. Dann wird weiter gesagt:
„Die Clarine im Pedal wegzulassen bin ich nicht der Ansicht. Nicht umsonst trifft man in jeder großen Orgel Zungenwerke von jeder Tonhöhe an, diese, ob sie auch einzeln öfters nicht viel taugen, müssen dem ganzen, so wie die Mixturen, nur wieder auf eine andere Art, Glanz und Leben geben. Es wurde mir von einigen berühmten Organisten, wie z. B. Hesse in Breslau und Töpfer in Weimar, sogar getadelt, dass ich in meinem Frankfurter Werk nicht auch eine zweiunddreißigfüßige Zungenstimme disponiert habe, dagegen haben sie es sehr lobenswert gefunden, dass sogar zweifach Hörnlein angebracht waren. Auf meiner Reise sah und hörte ich in Hamburg ein solches zweiunddreißigfüßiges Bombardregister, das mir wirklich, zum ganzen Werk gebraucht, sehr gut gefiel…”
„Du hast mir im dritten Klavier auch noch die Fertigung eines neuen Registers (Flötenregister 8 Fuß) angehängt; finde ich, im Verlauf der Arbeit, dass mein Verdienst ausreicht, so sei versichert, dass ich dasselbe noch einrangieren werde, und in diesem Fall würden es 66 Register werden. (Dass das nicht nur ein bequemer Kanzleitrost für den Augenblick sein sollte, geht daraus hervor, dass Walcker eine genaue Disposition in den Brief eingeschaltet hat über die eventuelle Gestaltung dieses 66. Registers. Tatsächlich hat die Orgel, bis sie vollständig fertig war, sogar 70 klingende Register umfasst, wie aus dem Bericht im .Schwäbischen Merkur” über die Einweihung der Orgel zu entnehmen ist. D. Verf.)
Ich bitte nun Dich sowohl als Herrn Kocher herzlich, lassen Sie jetzt doch die Disposition so wie sie ist; das Ganze hat nun ein gar schönes Verhältnis, und sollte auch die eine oder andere Stimme überflüssig erscheinen, sie gehört zum Ganzen! und ein anderer findet vielleicht sein Wohlgefallen daran. In einer kompletten Haushaltung sind silberne und erdene Gefäße, zu ehren und unehren Zwecken!…….
Meinen herzlichen Gruß an Dich und Herrn Kocher, sowie an Deine liebe Frau, der ich von Herzen eine baldige Genesung wünsche.
Dein wahrer und aufrichtiger
E. Fr. Walcker.”
In der Sache hat Walcker durchaus gesiegt, aber die Arbeit hat sich jahrelang hingeschleppt und noch allerlei Wendungen genommen. Am 12. Juni 1837 wurde sodann ein neuer, detaillierter Vertrag über die Versetzung der Stiftskirchenorgel vom Chor der Kirche auf die gegenüberliegende Empore und über eine vollständige Umarbeitung der Orgel mit Walcker abgeschlossen. Dann aber kam durch das Dazwischentreten eines Nürnberger Architekten, Prof. Heideloff — ein geborener Stuttgarter —, eine vollständige Erneuerung der inneren Ausgestaltung der Stiftskirche, die auch eine Erneuerung des Orgelgehäuses vom Rokoko zum altdeutschen Baustil erforderte. Als Walcker sodann mit der Einziehung der neuen Windlade — Kegellade an Stelle der Schleiflade — da und dort große Erfolge erzielte, entschloss man sich, auch die Stiftsorgel mit dieser Neuerung auszustatten, was naturgemäß immer wieder zu neuen Nachforderungen Walckers an die Stadt Stuttgart führte, die damals die Kosten für die ganze Arbeit zu tragen hatte.
Wie langsam aber eine solche Sache im Kampf mit der berühmten und berüchtigten schwäbischen Schreiberherrschaft vor sich ging, mag daran ersehen werden, dass ‘die Einweihung der Orgel glücklich am 8. Oktober 1845 erfolgen konnte. Der letzte Nach- und Schlussvertrag wurde am 19. Juni 1843 unterzeichnet. Die Arbeit belastete also die geschäftlichen Dispositionen E. F. Walckers mehr als elf Jahre. Es gab dabei noch mehrfach starke Meinungsverschiedenheiten sachlicher und grundsätzlicher Art, in denen Walcker unerbittlich für seine künstlerische Überzeugung kämpfte und auch siegte, aber es gab auch scharfe Zusammenstöße wegen der Behandlung der finanziellen Dinge. Die erste Vereinbarung lautete, dass ein Drittel der Vertragssumme bei Auftragserteilung, ein Drittel etwa in der Mitte der Arbeit und ein Drittel nach Fertigstellung bezahlt werden sollte. Durch die mehrfachen Änderungen des Auftrags änderten sich aber naturgemäß auch die Summen der Kosten, und es kam zu Zwischenforderungen, die seinem Freunde Cronberger schwer zu schaffen machten und dessen pedantische, kameralistische Denk- und Rechnungsweise ganz aus der Fassung brachten. Aus solcher Bedrängnis heraus hat er seinem Freund Walcker in einem Brief vom 24. Februar 1842 hart zugesetzt. Er schreibt u. a.: „Der Tatbestand der geleisteten Arbeit und die Preiswürdigkeit derselben sei noch gar nicht urkundlich festgestellt”, Walcker werfe sich da in eigner Sache zum alleinigen Richter auf usw. Darauf antwortet Walcker am 28. Februar folgendermaßen:
„Lieber Freund! Dein gestriges Schreiben ist für mich und meinen C. Spaich im höchsten Grade kränkend, und wir begreifen kaum, wie man so kaltblütig und schlechtweg einem Handwerksmann (denn als solchen sieht man einen ja doch bloß an) seinen sauer verdienten Lohn verkümmern, seine Forderung zurückweisen und als unstatthaft erklären kann! Haben doch andere Handwerksleute und selbst Baumeister ihre Rechnungen eingereicht und um ihre Zahlungen gebeten! Warum soll es denn bei mir allein unanständig sein, für wirklich geleistete Arbeit, wo bereits beinahe zwei Drittel nur als bare Auslagen praestiert worden sind, eine Bitte um gefällige Ausbezahlung zu stellen?
Wir beide sind täglich zur Verantwortung bereit und wünschen, dass uns bald eine Zeit bestimmt werden möge, wo wir diejenigen überzeugen können, welche die Rechnung für unbillig finden.
Dich freundschaftlich grüßend E. Fr. Walcker.”

Cronberger gab sein zweites Schreiben vertraulich auch dem damaligen Stuttgarter Stadtschultheißen Gutbrod, der der Orgelbaukommission angehörte, zu lesen und stellte Walcker anheim, sich bei Gutbrod über ihn und den Organisten Kocher, der mit ihm derselben Meinung sei, zu beschweren. Ob Walcker das tat, ist nicht bekannt. Aus den Akten der Stuttgarter Stiftskirche, der diese Dinge entnommen sind, ist nichts darüber ersichtlich. Dagegen liegt ein Schreiben Gutbrods an Cronberger vor, in welchem zwar der Eifer und die Korrektheit Cronbergers anerkannt werden, aber doch zugleich dem Bedenken Ausdruck gegeben wird:
„Ob nämlich durch Ihre Erwiderung Herr Walcker nicht in einer Weise betroffen werden wird, welche nachteilige Rückwirkungen auf unsere .gute Sache’ äußern könnte.
Seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben!
Aber das müssen Sie, der Sie Walcker besser kennen als ich, wissen, ob Ihr Schreiben nicht einen so starken Eindruck auf ihn macht in der Art, dass er für unser Geschäft, das doch vor allem mit Lust und Liebe behandelt werden sollte, einen Widerwillen fasst, dessen Folgen kaum zu übersehen sein würden.”
Aus diesem Schreiben ist zu schließen, dass der in dieser Angelegenheit maßgebendste Mann — denn die Stadt Stuttgart war Zahlstelle in dieser Sache — für Walckers Forderung weit mehr Verständnis hatte als Sekretär Cronberger, und so ist auch anzunehmen, dass die Angelegenheit in einer für Walcker befriedigenden Weise erledigt wurde.
Über die Aufnahme der Orgel in der Öffentlichkeit und über den Eindruck, den das Spiel auf ihr auf die Zuhörer machte, ist in den Nummern 307 und 309 des „Schwäbischen Merkur” von 1845 ein geradezu enthusiastischer Bericht enthalten:
„Die Orgel steht jetzt nach dem Urteil der Kenner in allen ihren technischen Teilen ganz, in ihrem Pfeifenwerk zu zwei Dritteln neu und auch im letzten Dritteil so verändert und gebessert, dass es dem Chor als neu erscheint, in einer Vollendung da, wie gewiss bis jetzt kein anderes Orgelwerk in- und außerhalb Deutschlands.” Dagegen wird von der alten Orgel gesagt, dass sie „teils von vornherein unzweckmäßig angelegt und höchst mangelhaft ausgeführt war, teils wurden diese ursprünglichen Defekte bei der Aufstellung noch mit einer nicht unbedeutenden Anzahl neuer vermehrt. Kein Wunder daher, dass das Werk, aller fortwährenden kostspieligen Reparaturen ungeachtet, doch niemals die Wirkung herzuverbringen vermochte, die man nach seiner Größe hätte erwarten können.” Walcker habe „durch dieses von ihm zwar nicht ganz neu erbaute, aber durchaus erneuerte Werk seinem Namen keine geringere Ehre als durch seine großartigen Neubauten gemacht.”
„Möge das wohlgelungene Werk als ein Denkmal vaterländischer Kunst und als ehrendes Zeugnis für den Kunstsinn der Städtischen Kollegien, die sich’s nicht geringe Opfer kosten ließen, unversehrt auf eine dankbare Nachwelt übergehen!”
In einem Sonderbericht des „Merkur” wird auch noch eingehend der Fortschritt im Orgelspiel herausgestellt, den die von Walcker bedeutend verbesserte Spring-Windlade gegenüber der Schleif-Windlade bedeutet. Zusammenfassend wurde gesagt: „Kurz, das Spiel ist jetzt so erleichtert, dass z. B. auf der Stiftskirchenorgel bei vollem Werk von 70 Registern mit gekoppelten vier Klavieren noch ein schöner Triller gemacht werden kann, was früher eine gänzliche Unmöglichkeit war. So ist nun erreicht, was lange gewünscht und gesucht wurde: das Traktement ist so leicht als möglich, die Register erscheinen im einzelnen und ganzen in ihrer Kraft und Fülle, die Reinheit ihrer Intonation und Stimmung bleibt unverändert, und das Ganze ist von einer bis jetzt nie gehörten Pracht.”
In diesem Zusammenhang wird auch mitgeteilt, dass sich aus der Orgelbauanstalt Walcker ein selbständiger Zweig abgelöst und ein eigenes Orgelbaugeschäft aufgemacht hat. Der Neffe von E. Fr. Walcker, Orgelbauer Karl Weigle, der „den ganzen Bau im Geiste seines Oheims an Ort und Stelle geleitet und mit lobenswerter Präzision ausgeführt hat, ist durch diese Arbeit in unserer Stadt heimisch geworden und hat bereits ein eigenes, viel versprechendes Etablissement hier eröffnet”. Es handelte sich hier um die Orgelbauanstalt Friedrich Weigle in Echterdingen bei Stuttgart.

Anhänge: Bilder, Dispositionen, Mensurblätter
Dispo Cronenberger:
dispo_cronenberger.jpg

Dispo EFW-Umbau 1839
dispo_efw_umbau.jpg

Dispo Moosmann (Strebel 1944 vor Zerstörung)
dispo_moosmann.jpg

Dispo Rupp (Abschrift Silbermann der Orgel Zwiefalten)
dispo_rupp_82.jpg

Mensurenblätter aus Meyer “Karl Joseph Riepp, 1938”
mensuren01.jpg
mensuren02.jpg

Arnold Strebel am Spieltisch der Orgel
strebel_am_spt.jpg

Spieltisch zwei Wochen vor der Bombardierung:
spieltisch_stgtt.jpg

Ansicht der Orgel aus unbekannter Quelle
0028_stgtt_stiftskirche.jpg

gwm

Comments are closed.